TelefonWir beraten Sie gern: +43 7245 / 22 001 13 | E-Mail office(@)sensorikaustria.com

Kran-Kollisionsschutzsensoren: Funktion, Technologien und Auswahl

Laser, Radar oder Ultraschall – welche Technologie passt zu welcher Krananlage?

Inhaltsverzeichnis

In Hallen mit mehreren Brückenkränen gehört die Kollision zwischen zwei Kränen oder zwischen Kran und feststehenden Hindernissen zu den teuersten und gefährlichsten Störfällen im laufenden Betrieb. Ein Zusammenstoß gefährdet nicht nur die Anlage und die Last, sondern auch das Bedienpersonal.

Ein Kran-Kollisionsschutz-Sensor überwacht kontinuierlich den Abstand zwischen Kränen, oder Kran und Gebäudestruktur und greift automatisch ein, bevor es zur Kollision kommt.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was ein Kran-Kollisionsschutzsystem leistet, warum Kollisionen überhaupt entstehen, welche Sensortechnologien zum Einsatz kommen, in welchen Konstellationen collisionGuard-EOT eingesetzt wird und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Was leistet ein Kran-Kollisionsschutzsystem?

Ein Kran-Kollisionsschutz-Sensor (auch Antikollisions-Sensor) überwacht kontinuierlich den Abstand zwischen benachbarten Kränen auf derselben oder benachbarten Kranbahnen oder zwischen Kranbrücke und Hallenstruktur. Unterschreitet der Abstand einen festgelegten Grenzwert, löst das System automatisch eine gestufte Reaktion aus:

  • Verzögerungsstufe: automatische Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit
  • Stoppstufe: automatisches Abbremsen bis zum Stillstand

Durch diese gestufte Logik bleibt der Kranbetrieb möglichst durchgängig, während gleichzeitig ein harter Zusammenstoß zuverlässig verhindert wird. Das unterscheidet collisionGuard-EOT von einer reinen Endschalterüberwachung, die lediglich feste Endpositionen der Kranbahn abschaltet, aber nicht auf die tatsächliche, sich ständig ändernde Position eines zweiten Krans reagieren kann.

Für welche Krananlagen werden solche Systeme eingesetzt?

Das Grundproblem – mehrere bewegliche Einheiten auf gemeinsamer oder überlappender Fahrbahn, oft mit eingeschränkter Sicht des Bedienpersonals – tritt nicht nur bei klassischen Hallenbrückenkranen (EOT) auf, sondern in ähnlicher Form auch bei anderen Krantypen:

  • Portalkrane (Hafen, Schrottplatz, Stahlwerk): Schienengebundene Portalkrane, etwa RMG- oder RTG-Krane in Containerterminals oder auf Schrott- und Lagerplätzen, laufen häufig zu mehreren auf derselben Fahrbahn und stehen vor denselben Herausforderungen wie Hallenkrane – oft zusätzlich verschärft durch Wetter- und Sichtbedingungen im Freien.
  • Schiffsverladekrane / Containerbrücken (STS-Krane): An Kailinien mit mehreren nebeneinander verfahrbaren Containerbrücken ist die Kollisionsvermeidung zwischen benachbarten Kranen ebenso relevant wie bei Hallenkranen, mit vergleichbarer Kran-zu-Kran-Logik.

Wichtig: Krananlagen wie Turmdrehkrane (Baustellen), oder Regalbediengeräte in automatisierten Lagern stehen zwar vor einer verwandten Problematik – bedürfen jedoch anderer Lösungen als die hier beschriebenen EOT-Kollisionsschutzsensoren.

Warum entstehen Kollisionen zwischen Kränen?

Kollisionen entstehen in der Praxis häufig durch:

  • mehrere Kräne auf derselben Kranbahn oder auf benachbarten Kranbahnen ohne durchgängige Sichtverbindung zwischen den Bedienpersonen
  • eingeschränkte Sicht durch Lastaufnahmemittel, Hallengeometrie oder Gegenlicht
  • unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten und Reaktionszeiten mehrerer Kranfahrer
  • feststehende Hindernisse wie Gebäudeteile,  Hallenrand, o.ä.
  • menschliche Fehleinschätzung von Distanz und Geschwindigkeit, insbesondere bei Fernsteuerung

Ein Antikollisionssystem ersetzt nicht die Aufmerksamkeit des Kranfahrers, reduziert aber das Restrisiko erheblich, da es unabhängig von Sichtverhältnissen und Reaktionsvermögen kontinuierlich überwacht.

Brücken-, Portalkrane u.ä. benötigen wirksamen Schutz vor Kollisionen
Sensortechnologien im Vergleich

Die Wahl der passenden Technologie hängt vor allem von der erforderlichen Reichweite, den Umgebungsbedingungen in der Halle sowie davon ab, ob eine reine Abstandsmessung oder eine positionsbasierte Zonenüberwachung benötigt wird.

Technologie

Funktionsweise

Vorteile

Typischer Einsatzbereich

Laser-Distanzmessung

Misst Abstand über Lichtlaufzeit

Hohe Reichweite und Genauigkeit

Kran-zu-Kran auf langen Kranbahnen

Radar

Abstandsmessung per Radarwelle

Unempfindlich gegen Staub, Dampf, Licht

Hallen mit hoher Staub- oder Dampfbelastung

Ultraschall

Abstandsmessung per Schalllaufzeit

Kostengünstig, geringe Reichweite ausreichend

Nahbereichsüberwachung, kurze Distanzen

Positionserfassung (absolut)

Erfassung der Kranposition über die Kranbahn

Ermöglicht softwarebasierte Zonenlogik

Mehrkransysteme mit virtuellen Sperrzonen

Praxisbewährung unter rauen Umgebungsbedingungen

Bei vielen bisher eingesetzten Distanzierungs- und Kollisionsschutzsystemen zeigt sich in der Praxis ein wiederkehrendes Problem: Die Optik beschlägt bei hoher Luftfeuchtigkeit von innen und macht das Gerät unbrauchbar. Zusätzlich führen hohe Umgebungstemperaturen zu einer schnelleren Alterung der eingesetzten LEDs und damit zu einer geringeren Reichweite.

collisionGuard-EOT ist für solche Bedingungen ausgelegt: Die Sensoren sind innen vollständig vergossen und besitzen keine zusätzlichen Optiken, die von innen beschlagen könnten. Für Temperaturen bis 60 °C ausgelegt, verfügen die Systeme dank ihrer für Reichweiten bis 35 m und mehr konzipierten Bauweise über einen großen Puffer gegenüber alterungsbedingtem Reichweitenverlust bei den in der Praxis meist deutlich kürzeren Distanzen. Tritt trotzdem eine Störung auf, wird diese durch die Selbstüberwachung der Sensoren automatisch erkannt und gemeldet, während der gegenüberliegende Sensor dank Reflektor funktionsfähig bleibt.

Praxisbeispiel: Bei einem Anwender mit Hallentemperaturen von bis zu 60–70 °C und hoher Luftfeuchtigkeit unter dem Hallendach, bei dem zuvor eingesetzte Distanzierungssysteme wiederholt durch beschlagene Optiken ausgefallen waren, arbeiten die collisionGuard-EOT-Systeme seit über einem Jahr störungsfrei.

Sicherheitsbauteil und Zertifizierung bei Kollisionsschutzsystemen

Ein häufig unterschätzter Aspekt bei Antikollisionssystemen ist ihre rechtliche Einordnung: Handelt es sich um ein eigenständig zu zertifizierendes „Sicherheitsbauteil“, oder um eine Komponente, die im Rahmen der Gesamtmaschine (Kran) mitbewertet wird?

Wann gilt ein Antikollisionssystem als Sicherheitsbauteil?
Nach der Maschinenrichtlinie (2006/42/EG, ab 2027 abgelöst durch die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230) gilt ein Bauteil als Sicherheitsbauteil, wenn es getrennt in Verkehr gebracht wird, um eine Sicherheitsfunktion zu erfüllen, und sein Ausfall oder eine Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet.

Relevante Normen:

  • EN ISO 13849-1: Bewertung sicherheitsbezogener Steuerungsteile nach Performance Level (PL a–e)
  • IEC 62061: Alternative funktionale Sicherheitsbewertung nach SIL-Stufen
  • EN 14439: Sicherheitsanforderungen speziell für Turmdrehkrane, mit Bezug auf Antikollisionseinrichtungen
  • Nationale Vorschriften (z. B. DGUV-Regelwerke): Ergänzende Vorgaben zum sicheren Betrieb von Kranen

Was ist nötig, um ein nicht zertifiziertes System einzusetzen?
collisionGuard-EOT ist nicht als eigenständiges, formal zertifiziertes Sicherheitsbauteil mit eigener Baumusterprüfung ausgeführt. Die Verantwortung für den Nachweis, dass die Gesamtanlage die erforderliche Sicherheitsfunktion erreicht, liegt beim Kranhersteller, Integrator oder Betreiber, der die Kombination im Rahmen der eigenen Risikobeurteilung bewertet und dokumentiert.

Auswahlkriterien für ein Antikollisionssystem
  • Anzahl und Anordnung der Krane: Anzahl der Krane auf einer Kranbahn, überlappende Fahrbereiche
  • Reichweite: Erforderliche Erfassungsdistanz je nach Kranbahnlänge und Fahrgeschwindigkeit
  • Umgebungsbedingungen: Staub, Dampf, Temperatur und Lichtverhältnisse in der Halle
  • Integration in die Kransteuerung: Anbindung an bestehende Antriebssteuerungen für automatisches Bremsen
  • Redundanz: Anforderungen an Ausfallsicherheit, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Anwendungen
  • Zonenlogik: Bedarf an virtuellen Sperrzonen zusätzlich zur reinen Kran-zu-Kran-Überwachung
  • Beständigkeit gegenüber Umgebungsbedingungen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Staub
Einsatzkonstellationen für collisionGuard-EOT

Kran-zu-Kran auf derselben Kranbahn
Überwachung des Abstands zwischen zwei oder mehr Kranen, die sich dieselbe Fahrschiene teilen – die häufigste Anwendung in Produktions- und Lagerhallen.

Kran-zu-Gebäudestruktur
Überwachung des Abstands zur Hallenwand, zu Stützen oder zu fest installierten Anlagenteilen am Ende der Kranbahn.

Katze-zu-Katze (Querfahrwerk)
Überwachung des Abstands zwischen den Laufkatzen zweier Krane, wenn diese sich auf derselben Brücke oder in überlappenden Bereichen bewegen.

Vorteile im Betrieb
  • Weniger Anlagenschäden: Kollisionen an Kranbrücke, Laufkatze oder Last werden zuverlässig verhindert
  • Höhere Arbeitssicherheit: Automatische Reaktion unabhängig von Sichtverhältnissen und menschlicher Reaktionszeit
  • Durchgängigerer Betrieb: Mehrere Krane können näher zueinander eingesetzt werden, ohne manuelle Abstimmung zwischen Kranfahrern
  • Geringere Stillstandszeiten: Weniger ungeplante Reparaturen infolge von Kollisionsschäden
  • Nachvollziehbare Dokumentation: Ereignisse und Annäherungen werden für die Sicherheitsanalyse protokolliert
Häufige Fragen zu collisionGuard-EOT

Ersetzt collisionGuard-EOT die Aufmerksamkeit des Kranfahrers?
Nein. Das System ist eine zusätzliche Sicherheitsebene und unterstützt den Kranfahrer, ersetzt aber nicht die reguläre Beobachtung des Arbeitsbereichs.

Funktioniert das System auch bei mehr als zwei Kranen auf derselben Kranbahn?
Ja, collisionGuard-EOT ist für Mehrkransysteme ausgelegt und überwacht die Abstände zwischen jeweils 2 Kränen auf der überwachten Kranbahn bzw. den überlappenden Kranbahnen.

Kann das System bei starker Staubbelastung eingesetzt werden?
Ja, aufgrund der hohen Lichtleistung kann collisionGuard-EOT auch bei Staub oder hoher Luftfeuchte eingesetzt werden.

Ist collisionGuard-EOT ein zertifiziertes Sicherheitsbauteil?
Nein, die Bewertung und Dokumentation der erforderlichen Sicherheitsfunktion erfolgt im Rahmen der Risikobeurteilung der Gesamtanlage durch den Kranhersteller, Integrator oder Betreiber.

Können die Optiken bei hoher Luftfeuchtigkeit beschlagen?
Nein. Die Sensoren sind innen vollständig vergossen und besitzen keine zusätzlichen Optiken, die von innen beschlagen könnten. Ein allfälliges Beschlagen des Reflektors auf der Gegenseite ist unkritisch, da dieser nur als Backup dient.

Sind die Sensoren für hohe Umgebungstemperaturen geeignet?
Ja, die Systeme sind für Temperaturen bis 60 °C ausgelegt. Da sie für Reichweiten bis 35 m und mehr konzipiert sind, besteht bei den in der Praxis meist kürzeren Distanzen ein großer Puffer gegenüber der durch Hitze beschleunigten Alterung der LEDs. Die Selbstüberwachung erkennt und meldet eine Funktionsstörung zusätzlich automatisch.

collisionGuard-EOT von Sensorik Austria

Sensorik Austria entwickelt collisionGuard-EOT für die zuverlässige Kollisionsvermeidung in Ein- und Mehrkransystemen – abgestimmt auf Hallenlayout, Umgebungsbedingungen und bestehende Kransteuerungen. Als Überwachungs- und Warnkomponente ist collisionGuard-EOT in die vom Kranhersteller oder Integrator zu verantwortende Gesamtrisikobeurteilung der Krananlage einzubeziehen.

>>>> collisionGuard-EOT